Zwischen jetzt und nie geschehen

Er kommt aus der Anderswelt. Ich weiß es. Sonst wäre er nicht so schön. Viel schöner als alle anderen Menschen, die ich je sah. Es war richtig, ihm in dem Gewittersturm entgegenzugehen. Es war richtig, ihn zu küssen, es war richtig, für ihn den Schatten zu trotzen. Weil ich dafür hier bin. Auf dieser dunklen Welt. Um…

Der Marquis von Flandern – Kapitel 12

(Antwerpen, Kloosterstraat, Januar 2017) Hendriks Lider flattern. »Mir ist so komisch.« Er fährt sich mit der Hand über die Stirn, atmet schwer. »Ich will wissen, ob Sie Dr. Kok sind. Haben Sie jemanden ermordet?« Er schüttelt den Kopf. Vergeblich, die Benommenheit verdankt er mir und sie lässt sich nicht abschütteln. »Der rutscht dir vom Sofa.«…

Der Marquis von Flandern – Kapitel 11

»Er sollte jetzt schon ein Pferd bekommen.« Jorin schwingt den Mantel um sich, rückt die Kapuze zurecht. »Wenn er bei dir mit aufsitzt, sind wir zu langsam.« Er tritt vors Haus, pfeift einen Knecht heran. »Sattele den besten Gaul deines Herrn. Er begleitet uns.« Der Junge macht große Augen. »Wirklich? Ist er wieder wohlauf?« »Es…

Der Marquis von Flandern – Kapitel 10

Mein geliebter Hendrik! Es war mir stets ein Anliegen, dir unter die Arme zu greifen.  Bitte nimm meine Hilfe an. Es wäre mir eine Freude, Rouven van Donker, der Marquis Die Glocke der Sankt Andries-Kerk schlägt Mitternacht. Ich starre auf die Briefkarte, lese meine Abschrift und begreife dennoch nicht, was hier läuft. Die 10.000 Euro…

Der Marquis von Flandern – Kapitel 9

Honig. Ich lecke über meine Lippen. Sie sind voll davon. »Aufwachen.« Rouven sitzt im Schneidersitz neben mir, steckt sich den Daumen in den Mund und zieht ihm mit einem schmatzenden Geräusch wieder hervor. »Frühstück fällt bis auf diese Kleinigkeit aus, aber Jorin hat Proviant für uns eingepackt.« Ich brauche einen Moment, um mich zu orientieren.…

Der Marquis von Flandern – Kapitel 8 (Bei Interesse Passwort über Kontaktformular erfragen)

Mein Klingelton. Irgendwo hinter dem Horizont, dort, wo das graue Wasser aufhört und in einen grauen Himmel übergeht. Seltsam, ich lege es sonst auf den Nachttisch, aber weder ist der noch mein Bett oder das Schlafzimmer zu sehen. Mir ist kalt. Nicht eisig, doch unangenehm. Vielleicht sollte ich schwimmen, dann würde mir wärmer. Keinen Schimmer,…

Der Marquis von Flandern – Kapitel 7

Es ist schön, Hendriks tiefen Atemzügen zu lauschen. Vor geraumer Zeit ist er eingeschlafen. Ein wenig habe ich an seiner Seite geschlummert, doch dann betrat die Magd das Zimmer, um frische Scheite aufzulegen. Jaspar muss sie auf die Situation vorbereitet haben. Sie errötet zwar, als sie Hendrik und mich eng aneinandergeschmiegt liegen sieht, wirkt jedoch…

Der Marquis von Flandern – Kapitel 6

1715. Ein ereignisreiches Jahr liegt hinter mir. Viele Höhen, die ich jedoch alleine begehen musste, einige Tiefen, in die mich die politische Situation zwang. Nur wenige Machthabende forderten meinen strategischen Rat in kriegerischen Angelegenheiten. Vielmehr wurde ich gebeten, dem Gevatter Tod zur Hand zu gehen. Demnach stellte sich mein persönlicher Jahreshöhepunkt am 1. September ein.…

Der Marquis von Flandern – Kapitel 5

»Darf es noch etwas sein?« Ich fahre zusammen, als hätte man mir Eiswasser in den Kragen geschüttet. Der Kellner sieht mich erstaunt an. »Entschuldigung«, murmele ich und lächele über meinen Schrecken hinweg. »Ich war in Gedanken.« Hendrik und Marten de Ruiter. Wenn die warnenden Worte meines Großonkels nicht gewesen wären, würde ich es für einen…

Der Marquis von Flandern – Fortsetzung Kapitel 4 (Passwort bitte über Kontaktformular anfragen)

Rouven steht auf. Das Wasser rinnt über seinen schlanken Körper. Der Anblick der zartrosa Nippel auf der blassen Haut fesselt mich. Sie wirken viel empfindlicher als meine, als hätten sie nie die Sonne gesehen. »Was würdest du gern mit ihnen machen?« Rouven streicht sich mit den Fingerspitzen darüber. »Sie anfassen.« So wie er. »Sanft oder…